Erfreuliches gibt es aus dem VFDB-Bezirksverband Schleswig-Holstein zu vermelden. Unter dem neuen Rufzeichen DM0KIL hat der Bezirksverbandsvorsitzende Per Dudek, DK7LJ am 27. Februar 2021 auf dem Kieler Fernmeldeturm neue Relais-Installationen in Betrieb genommen: Ein neuer 19-Zoll-Schrank beherbergt ein 70-cm-FM-Relais auf 439,025 MHz (auf dieser Frequenz war bis 2017 das frühere VFDB-Relais Fehmarn DB0IF in Betrieb). DM0KIL arbeitet trägergesteuert in FM, ein Rufton ist zum Öffnen nicht erforderlich. Gleichzeitig befindet sich ein DMR-Repeater auf 439,4875 MHz im Testbetrieb; dieser arbeitet derzeit ausschließlich lokal, eine Anbindung an ein DMR-Netz besteht momentan noch nicht.

Im wahrsten Wortsinne „darüber hinaus“ wurde auch neue Antennen- und Filtertechnik installiert; wie Per DK7LJ im QSO berichtete, wurden hierfür über 50 Meter Antennenleitung verlegt, wodurch sich der Antennen-Montageort weit oberhalb des Betriebsraums der Sendetechnik des Funkturms Kiel befindet. Erste Empfangsberichte aus ganz Schleswig-Holstein und dem Hamburger Raum zeigten beeindruckende Reichweiten, selbst jenseits des Ostholsteiner Hügellandes ist DM0KIL im Mobilbetrieb problemlos zu arbeiten. Der Relaisverantwortliche Per DK7LJ dachte nach den überraschenden Rapporten von Nordfriesland bis Südholstein und darüber hinaus zunächst an „angehobene Bedingungen“, was aber nicht der Fall war. Somit verfügt das zweithöchste Bauwerk Schleswig-Holsteins ab sofort über FM- und DMR-Repeater, die fast im ganzen Land zu erreichen sind.

Am 16./17. Februar 2021 jährte sich die sogenannte  „Hamburger Sturmflut 1962“ zum 59. Mal. Damals halfen Funkamateure dabei, die Kommunikationswege aufrecht zu erhalten. Hier waren auch Clubstationen aus dem VFDB-Bezirksverband Hamburg beteiligt, dies waren DL0HH, DL0HB und DL0HM. Innerhalb von 29 Stunden wurden mehr als 400 QSOs auf 80 m abgewickelt. Daran erinnert Thomas, DB6QN, Notfunkreferent im VFDB-Ortsverband Coesfeld (Z60) in einem Beitrag auf Facebook.

Weiter berichtet Thomas, dass neben den Funkamateuren Horst Schröder, DJ1UB, Friedrich Steenhusen DJ1FK, Karl Block, DJ3FL und Heinrich Peters, DL3SJ auch viele weitere Helfer die BOS-Kräfte unterstützt hatten. Die Leitstelle befand sich seinerzeit in der 9. Etage des City-Hochhauses in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofes. Es wird davon ausgegangen, dass dies der erste größere Notfunkeinsatz dieses Umfangs in der Amateurfunkgeschichte Deutschlands war. Eine umfangreiche Präsentation mit vielen zeitgenössischen Presseberichten gibt es im Archiv des DARC-Distriktes Hamburg – hier zum Download (Powerpoint, ca. 16 MB).

Zeitzeuge Gerhard Hoyer, DJ1GE, kann sich noch heute sehr gut an seine Teilnahme an den Notfunkaktivitäten der Clubstation des VFDB-Ortsverbandes Hamburg (Z07), DL0HM, erinnern, wie er unserer Redaktion dieser Tage berichtete. In einem Interview des NDR-Fernsehens gibt Gerhard Einblicke in die dramatischen Tage und Nächte im Februar 1962 und beschreibt, wie Funkamateure die Verbindungen zwischen den Ortsämtern in der Hansestadt aufrechterhielten. Der Beitrag ist als Online-Video verfügbar (ca. 2 Minuten).